About

Matthias Froböse gestaltet Porzellan. Seine Leidenschaft gilt dabei dem Entwerfen und Erspüren neuer Formen. Die Arbeiten mit verschiedenen Oberflächen beschäftigen sich mit der visuellen und haptischen Wahrnehmung.
Dafür verschiebt er den Kontext der Dinge: Strukturen, die an Bienenwaben erinnern, werden plötzlich zur Oberfläche von Bechern, Luftbläschen in der Form zum gestalterischen Mittel. Dadurch hat der Betrachter das Gefühl, die Form oder Beschaffenheit der Objekte zu kennen oder zumindest zu erkennen. Selbst wenn der Betrachter nicht sofort den Ursprung dieser Form erkennt – von  der feinen Materialität und der klaren Linie des Ergebnisses ist er angetan.

Interview, Ausstellungskatalog "Porzellangefäße" 2011, Panatom Galerie

Du hast Produkt–Design studiert, stellst mittlerweile jedoch vermehrt Unikate
her. Siehst du dich eher als Künstler oder Produkt–Designer?
Ich bin Produktdesigner und gestalte für die Serie, meine Entwürfe sind reproduzierbar. Häufig in limitierter Auflage als Kleinserie gefertigt. Ob sich das Ergebnis meines Schaffens als Unikat, Kleinserie oder als Serie beschreiben lässt, überlasse ich dem Betrachter.

Die Herstellung von Porzellan oder Keramik allgemein ist ein ziemlich langwieriger und aufwendiger Prozess. Was gefällt dir so an diesem Material?
Es sind die Eigenschaften des Materials die mich reizen, die fast unerbittliche Genauigkeit des Porzellans. Und die Alchemie, der Umgang mit Erde, Wasser und Hitze. Temperaturen bei denen Roheisen bereits schmilzt - hier versintert das Material zu einem festen Scherben. All dies macht die Faszination des „weißen Goldes" aus. Ist der Brand gelungen und das Objekt fertig, so steht ihm eine sehr lange Lebensdauer bevor. So sind doch die ältesten archäologischen Funde alte Tongefäße. Und wer hat keine Teller oder Tasse von den Großeltern im Küchenschrank ...

Wird das nicht langweilig auf Dauer?
Je tiefer ich in die Materie eindringe, desto mehr erfahre ich über das Material. Wo sind Grenzen, wie weit kann ich gehen um bestimmte Ziele zu erreichen. Im Gegenteil, es gibt noch eine Vielzahl an Formen die ich umsetzen möchte.

Ergeben sich die Formen und Oberflächen erst während des Herstellungsprozesses?
Das endgültige Objekt entsteht über eine massive Gipsform, von der eine Negativform abgenommen wird. Aus dieser werden dann die Porzellanpositive als Hohlkörper gegossen. Alle Formen fertige ich nach 3D– oder Handzeichnungen. Es steht bereits vorher fest wo ich hinwill.
Sowohl beim Zeichnen am Computer als auch im Arbeitsprozess in der Werk–statt passieren jedoch — gewollt oder ungewollt — manchmal überraschende An– und Einsichten, die dann in die Form mit einfließen. So sind bei der Vasenserie „Noise" z. B. die kleinen Luftblasen an der Oberfläche eine Zufallserscheinung gewesen, die ich dann ausgebaut und kultiviert habe - ohne sie gezielt steuern zu können.

Gelingt jede Idee bzw. ist jede Idee in Porzellan umsetzbar?
Nicht jede Form ist realisierbar, zum Einen setzt das Porzellan fertigungstechnische Grenzen, zum Anderen gehören Fehlschläge mit zum Prozess. Spätestens beim Öffnen des Ofens gibt es spannende Überraschungen.

Für welche unterschiedlichen Funktionen sind deine „Gefäße" geschaffen?
Eine besondere Eigenschaft von Porzellan ist die Lebensmittelechtheit, Temperaturbeständigkeit und die guten Reinigungseigenschaften. Dies ist der Grund, weswegen Essgeschirr häufig aus Porzellan gefertigt ist. Entsprechend sind die kleineren Gefäße auch hervorragend als Tassen, Becher, Kannen o. ä. geeignet.  Die größeren Körper dienen als Blumenvasen oder skulpturale Objekte.